
Knie
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Kniebeschwerden im Sport und auch im täglichen Gebrauch sind ein häufiges Problem. Grundsätzlich finden wir häufig degenerative Veränderungen, also Verschleisserscheinungen des Bewegungsapparates, die vor allem den Knorpel, aber auch die Menisken betreffen. Degenerative Veränderungen können durch Achsenfehlstellungen des Knies, wie wir dies beispielsweise beim O-oder X-Bein finden, begünstig werden.
Einrisse im Meniskus können sich schleichend entwickeln und mit der Zeit vergrössern, was ebenso zu Beschwerden führt wie die Knorpelabnützung (Arthrose). Kleine Bagatell-Unfälle können in jedem Alter zu Meniskusrissen führen, welche dann Beschwerden auf der Innen- oder Aussenseite bewirken mit auch Gelenkerguss. Das Knie wird dick und die Schmerzen wechseln je nach Belastung. Vor allem bei Rotationsbewegungen bewirken Meniskusverletzungen Beschwerden. Liegt ein Einriss des Meniskus vor, so sollte eine Abklärung und Beurteilung beim Spezialisten angestrebt werden. Eine MRI-Untersuchung gibt eine klare Diagnose. Der Meniskusriss wird von alleine nicht heilen. Im Gegenteil, der Meniskusriss kann grösser und die Entzündung chronisch werden und der Knorpel wird dann noch anfälliger auf mechanische Reize oder Fehlbelastungen. Dieser Kreislauf muss unbedingt unterbrochen werden.
Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) ist eine gute Methode, um sowohl degenerative, als auch frische Meniskusläsionen zu behandeln. Dabei wird nach dem Prinzip vorgegangen so wenig wie möglich und soviel als nötig. Soll heissen, nur die betroffenen Anteile des Meniskus werden entfernt. Der verbleibende Restmeniskus wird an seiner Oberfläche geglättet, was im Übrigen auch für den Knorpel gilt. Beim Arthroskopie-Spezialisten werden keine Zusatzverletzungen gesetzt.
Wunder sind bei degenerativen Erkrankungen nicht zu erwarten.
Nach einer Arthroskopie empfiehlt sich in den ersten Wochen eine Teilbelastung und ein sorgfältiger Belastungsaufbau. Beginn jeweils mit einem Hometrainer und nach Fadenentfernung auch im Wasser. Sobald das Kniegelenk vollständig abgeschwollen ist und die Beschwerden rückläufig sind, kann das tägliche Training gesteigert werden. Drehbelastungen, Rotationen im Kniegelenk sollten aber unbedingt in den ersten Monaten vermieden werden, ebenfalls keine forcierte Beugung. Nach einer Knie-Operation beurteilt der Arzt zusammen mit dem Patienten die Situation nach etwa 4-6 Monaten, Restbeschwerden sind bis zu diesem Zeitpunkt möglich, abhängig vom Knorpelzustand des Kniegelenkes, sprich vom Ausmass der Arthroseproblematik. Sollte eine reine Meniskusläsion vorgelegen haben, so ist auch die Prognose gut nach etwa einem ½ Jahr. Ausserordentlich wichtig ist die Gewichtsreduktion, da jedes Kilogramm Körpergewicht für das Kniegelenk ein Mehrfaches an Belastung bedeutet.
Bei Kniebeschwerden mit Meniskusverletzungen und Arthrose und erfolgter Gelenkspiegelung lohnt sich eine Schonung in den ersten Monaten mit ausgewogenem Bewegungstraining, Gewichtsreduktion, lokale Applikationen mit kühlenden Wickel, später eventuell Heublumenwickel, und Knorpelkur mit speziellen Medikamenten, in Absprache mit dem behandelnden Arzt.
